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September 2018
Kaltfräsen in Europa im "grünen Bereich"
Branchenlösung zur wirksamen Staubreduzierung greift nachhaltig

Die Reduzierung von Staubemissionen gehört seit Jahren zu den intensiv diskutierten Themen im VESF, dem Verband Europäischer Straßenfräsunternehmungen e.V. Dazu arbeiten der Verband bzw. die Fräsdienstleister als Vorreiter seit über 15 Jahren insbesondere mit den Behörden in den Niederlanden und Deutschland aktiv zusammen. In diesem Kontext wurden zahlreiche Lösungen entwickelt und umfangreich getestet.

Das Resultat: Heute betreiben die Fräsdienstleister im VESF ausnahmslos Maschinen, mit denen sogar die 2014 bzw. 2015 verschärften deutschen Grenzwerte deutlich unterschritten werden. Und auch Fräsdienstleister in Ländern ohne entsprechende Regelungen haben – motiviert durch verbandsinterne Diskussionen – auf Maschinen mit entsprechender Technik umgeschwenkt.

Das Fräsen mit deutlich reduzierten Emissionen überall in Europa ist heute möglich, weil die Maschinenhersteller mittlerweile entsprechende Systeme zur Absaugung von Staub im Bereich des Abwurfbandes im Portfolio haben. Dadurch werden heute die Bediener der Fräsen so gut wie nie zuvor vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren geschützt. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Fräsdienstleister erhebliche Investitionen getätigt.

Staubreduzierung beim Kaltfräsen – ein Rückblick

Schon seit 2004 gibt es in den Niederlanden Vorgaben für die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) der Quarzstäube für Arbeitnehmer in der Bauwirtschaft. Im Vorfeld – etwa seit dem Jahr 2000 – haben die Fräsdienstleister in den Niederlanden in diesem Kontext zusammen mit Wirtgen als Maschinenhersteller und der TNO ("Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung", als Körperschaft des Öffentlichen Rechts eine staatliche Organisation) ein System zur Staubabsaugung bei Großfräsen erprobt. Nachdem die Wirksamkeit der Lösung nachgewiesen war, wurden entsprechende Systeme zum Schutz der Mitarbeiter sehr schnell eingeführt.

Diese – damals einzige am Markt verfügbare – Lösung wurde ab 2007 von der deutschen Berufsgenossenschaft (BG) überprüft. Der VESF hat in den folgenden Jahren gemeinsam mit der BG in Deutschland zahlreiche Messungen durchgeführt. Auch sie ergaben, dass Vorrichtungen gemäß BGI 790-20 die Staubbelastung für die Mitarbeiter auf und rund um die Kaltfräse spürbar reduziert. Dabei wurden alle Grenzwerte deutlich unterschritten. Darauf basierend vereinbarten die BG und der VESF 2010 nach intensiver Zusammenarbeit eine Branchenlösung. Darin verpflichteten sich die europäischen Fräsdienstleister im VESF, nur noch Maschinen mit "wirksamer Staubreduzierung" zu nutzen.

Dies nahmen mehrere Hersteller zum Anlass, entsprechende Systeme zur Absaugung von Staub im Bereich des Abwurfbandes zu entwickeln und ins Portfolio zu übernehmen. Das erfolgte nicht zuletzt deshalb, weil der VESF als Verband diese Entwicklung vorangetrieben hat.

Nachdem 2014 und 2015 in Deutschland die Grenzwerte bzw. Beurteilungsmaßstäbe für die relevanten Staubfraktionen (A-Staub und E-Staub) herabgesetzt wurden, haben die Fräsdienstleister im VESF zusammen mit der BG neue Messungen durchgeführt. Auch das Resultat dieser Messungen ist erfreulich für die Fräsdienstleister, denn alle Werte lagen weit unter den Grenzwerten: Bei den A-Stäuben wurden weniger als 80% der zulässigen Belastung festgestellt, bei den E-Stäuben sogar nur 7 – 15% und beim Quarz zeigten die Messungen Werte zwischen 6 und 90% des neuen Beurteilungsmaßstabes.

Das heißt, die Bemühungen zur Prävention waren erfolgreich. Unabhängig von den bislang erreichten Zielen sind die europäischen Fräsdienstleister im VESF auch darüber hinaus offen für eine Unterstützung der Hersteller bei der Entwicklung neuer, anders konzipierter Lösungen zur Reduzierung der Staubemissionen.

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